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Vorbereitung auf die Meisterprüfung
Das neue Prüfungsberufsbild
Das neu entwickelte Leitbild des Handwerksmeisters spiegelt sich
in den Prüfungsverfahren. Der angehende Meister muss zeigen,
dass er einen simulierten Kundenauftrag von der Planungs- und
Kalkulationsphase über die Anfertigung bis hin zur Endkontrolle
und der Instandsetzung zu bearbeiten in der Lage ist. Letztlich
soll deutlich werden, dass der Prüfling den veränderten
Anforderungen des Marktes und der Kunden gerecht werden kann.
Herzstück der neuen Verordnungen ist die Handlungsorientierung,
also die Ausrichtung der Prüfung an praktischen, betriebsnahen
Situationen. Fachkompetenz und technisches Wissen waren seit je
das Fundament der Meisterprüfung. Ergänzend wird nun
die Kompetenz als Unternehmer in den Mittelpunkt gerückt.
Statt des bisherigen Berufsbildes gibt es nun ein sogenanntes
Prüfungsberufsbild. Hierin spiegelt sich das neue Leitbild
und Selbstverständnis des künftigen Meisters. So heißt
es in § 2 unter der Überschrift "Meisterprüfungsberufsbild"
der neuen Verordnungen: "Durch die Meisterprüfung im
Elektrotechniker-Handwerk wird festgestellt, dass der Prüfling
befähigt ist, einen Handwerksbetrieb selbstständig zu
führen, Leitungsaufgaben in den Bereichen Technik, Betriebswirtschaft,
Personalführung und -entwicklung wahrzunehmen, die Ausbildung
durchzuführen und seine berufliche Handlungskompetenz selbstständig
umzusetzen und an neue Bedarfslagen in diesen Bereichen anzupassen."
Der Meister wird weitaus besser als bisher auf seine Tätigkeit
als Unternehmer vorbereitet. Der traditionelle Handwerksmeister
wandelt sich, mehr und mehr zum Handwerksunternehmer.
Im Elektrotechniker-Handwerk gibt es nun drei Schwerpunkte:
- Energie- und Gebäudetechnik
- Kommunikations- und Sicherheitstechnik
- Systemelektronik
Diese Schwerpunktsetzung bedeutet aber nicht die Fortführung
der alten Spartentrennung zwischen Elektroinstallateuren, Fernmeldern
und Elektromechanikern. Das neue Prüfungsberufsbild gilt
für alle Elektrotechniker, was heißt: Wer sich künftig
auf einen der Schwerpunkte konzentriert, muss auch in den nicht
gewählten Bereichen seine Kompetenz im Rahmen einer Situationsaufgabe
nachweisen. Ziel der Situationsaufgabe ist es, den Qualifikationsnachweis
in der Meisterprüfung zu vervollständigen; sie besteht
aus mehreren Einzelaufgaben, die allesamt anderen Schwerpunkt-bereichen
entnommen sein müssen als die Projektarbeit. Letztlich bedeutet
dies, dass der Elektrotechnikermeister in der gesamten Breite
und Tiefe seines Handwerks sowohl ausübungs- als auch ausbildungsberechtigt
ist.
Kernaufgabe künftiger Meisterprüfungen ist die Projektarbeit
mit dem dazu-gehörenden Fachgespräch (Teil I).
Die Projektarbeit soll einem Kundenauftrag des betrieblichen Alltags
entsprechen und idealerweise einen konkreten Gegenwartsbezug zum
Betrieb des Prüflings aufweisen.
Das Fachgespräch bezieht sich auf die Projektarbeit und stellt
im Idealfall einen kollegialen Dialog dar, der aufzeigt, inwieweit
der Prüfling die Problemstellung und den Lösungsweg
der Projektarbeit verstanden hat.
Das ca. 30minütige Fachgespräch wird im Verhältnis
zur Projektarbeit mit 1:3 gewertet. Die Gesamtbewertung von Projektarbeit
und Fachgespräch wird zum Prüfungsergebnis der Situationsaufgabe
im Verhältnis 2:1 gewichtet.
Auch Teil II der Meisterprüfung wurde völlig neu konzipiert.
Hier wird die bisherige fächerorientierte Prüfungsweise
durch eine verknüpfte Methodik der Fallbearbeitung ersetzt.
Prüfungsfächer sind "Elektrotechnik", "Auftragsabwicklung"
sowie "Betriebsführung und Betriebsorganisation".
Neu ist hier, dass alle aufgelisteten Fächer im Rahmen konkreter
betriebspraxisnaher Aufgabenstellungen abgeprüft werden.
Kernfach bleibt im theoretischen Teil der Prüfung die Technik.
Das neue Fach Auftragsabwicklung gewinnt insbesondere vor dem
Hintergrund der wachsenden Bedeutung des Themas Kundenorientierung
an Stellenwert. Die sichere Beherrschung des Fachs Betriebsführung
und Betriebsorganisation soll dem künftigen Meister die Integration
kaufmännischer und organisatorischer Betriebsabläufe
erleichtern.
letzte Aktualisierung 23.5.2007
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